Programm 2022

Liebe Mitglieder und Freunde des Geschichtsvereins,

voller Optimismus und mit Tatendrang haben wir Ihnen wieder ein interessantes und abwechslungsreiches Programm ausgewählt.

Unsere Referenten haben spannende Themen aus der Geschichte Bietigheim-Bissingens, aus Württemberg bis hin zur Partnerstadt Kusatsu aufgegriffen.

Zur Fußballweltmeisterschaft bieten wir Ihnen einen Vortrag mit dem Titel „Heimat, Nation und Menschenrechte - Der Beitrag des Fußballs“.

Wir bewegen uns auf den Spuren schwäbischer Missionsbräute und stellen uns die Frage, warum Walter Bareiss, der Besitzer der Kammgarnspinnerei, in der „New York Times“ gewürdigt wurde.

Vorgesehen sind außerdem Führungen in unserem Stadtarchiv, im Stadtmuseum Hornmoldhaus und durch Bissingen. Im Oktober ist eine Bunkerwanderung vom Saubachtal bis hin zum Wobachtal geplant.

Programmänderungen entnehmen Sie bitte wie gewohnt der Bietigheimer Zeitung, von unserer Homepage oder aus unserem E-Mailversand.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas Appetit machen und lade Sie herzlich dazu ein. Ich freue mich über Ihren Besuch.

Ute Bartelmäs
1. Vorsitzende


Kommende Termine

 Do • 23.6.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Hier und da ein akuter Krieg zwischen Alt- und Neubürgern.“ Die Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen nach 1945 und die Folgen.

Zuwanderungen bestimmen nicht nur die Gegenwart der Bundesrepublik. Sie wurden ihr, was oft vergessen wird, geradezu in die Wiege gelegt. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs musste Deutschland rund 12,5 Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene aufnehmen. Sie bilden nach wie vor die größte Zuwanderergruppe in der Geschichte der Bundesrepublik, deren Anteil 1961 bei über 20 Prozent lag.

Die Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen erfolgte im Rahmen eines langen und konfliktbeladenen Prozesses, in dessen Verlauf Alt- und Neubürger sich nur allmählich annäherten. Auf die Stationen dieses Prozesses, von der ersten Unterbringung in Lagern, dem Kampf um Wohnungen, Lebensmittel und Arbeitsplätze bis hin zu den Folgen für die bundesdeutsche Gesellschaft, geht der Vortrag ein.

Der ausgewiesene Tübinger Migrationsforscher Dr. habil. Mathias Beer beleuchtet in Worten, Zahlen und Bilder ein zentrales Kapitel der bundesdeutschen Zuwanderungsgeschichte.

Dr. Mathias Beer

Dr. habil. Mathias Beer ist Zeithistoriker und geschäftsführender Direktor des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen. Für seine Forschungen und Publikationen auf dem Gebiet der europäischen Migrationsgeschichte und der Zuwanderungen in den deutschen Südwesten ist er 2017 mit dem Ludwig-Uhland-Preis ausgezeichnet worden.

 Sonntag • 3.7.2022 • 11 – 17 Uhr

Der Museumsbunker in der Brandhalde und der Luftschutzstollen unter der Laurentiuskirche sind geöffnet.

 Do • 7.7.2022 • 17 Uhr • Stadtarchiv in der Alten Lateinschule (Hauptstraße 61 - 63)

Führung durch das Stadtarchiv.

Dr. Christoph Florian

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Do • 14.7.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Zeitenwende 1870/71“ – Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches

Die Jahre 1870/71 bedeuteten für das Königreich Württemberg eine Zeitenwende. Der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges und die Erfolge der deutschen Armeen in diesem militärischen Konflikt stürzten die politische Ordnung in Mitteleuropa binnen weniger Monate um. Seit dem 1. Januar 1871 bildete Württemberg einen Bundesstaat des neuformierten, von Preußen dominierten Deutschen Reiches. Der Vortrag zeichnet die politischen Entwicklungen und die militärischen Ereignisse der Umbruchszeit von 1870/71 aus württembergischer Sicht nach. Ebenso wird danach gefragt, wie die Zeitgenossen Krieg und Reichsgründung erlebten und später erinnerten.

Dr. Wolfgang Mährle

Dr. Wolfgang Mährle ist Referatsleiter im Landesarchiv Baden-Württemberg und leitet den Arbeitskreis für Landes- und Ortsgeschichte im Verband der württembergischen Geschichts- und Altertumsvereine. 2020 kuratierte er die im Hauptstaatsarchiv Stuttgart präsentierte Ausstellung „Nation im Siegesrausch. Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71“.

 Sonntag • 4.9.2022 • 11 – 17 Uhr

Der Museumsbunker in der Brandhalde und der Luftschutzstollen unter der Laurentiuskirche sind geöffnet.

 Mi • 14.9.2022 • 15 Uhr • Stadtmuseum Hornmoldhaus

Führung durch die Ausstellung „Kawanabe Kyôsai (1831-1889) - Japanischer Künstler zwischen den Zeiten“.

Dr. Catharina Raible

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Do • 22.9.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Erwin Baelz - das japanische heiße Bad als Quelle der Partnerschaft Kusatsus mit Bietigheim-Bissingen“

Dr. Hansjörg Knorr

 Do • 20.10.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Heimat, Nation und Menschenrechte - Der Beitrag des Fußballs“

Prof. Dr. Wolfram Pyta

 So • 23.10.2022 • 14 Uhr • Treffpunkt: Arnold-Jäger-Straße 1 (Parkplatz Fa. Parker)

Bunkerwanderung vom Saubachtal über den Bruchwald ins Wobachtal.

Till Kiener

 Do • 10.11.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Es brennt! – Stadtbrände im alten Bietigheim“

Dr. Christoph Florian

 Do • 8.12.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Walter Bareiss, Besitzer der Kammgarnspinnerei Bietigheim, wird in der „New York Times“ gewürdigt.

Wolfram Wehnert


Vergangene Termine

 Mo • 21.2.2022 • 19 Uhr • Kronenzentrum

Jahreshauptversammlung

  1. Begrüßung
  2. Bericht der 1. Vorsitzenden (Ute Bartelmäs)
  3. 3. Bericht aus dem Arbeitskreis Bunkerforschung (Till Kiener)
  4. Kassenbericht (Reiner Theurer)
  5. Bericht der Kassenprüfer
  6. Aussprache
  7. Entlastung
  8. Ehrungen
  9. Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung müssen mindestens 5 Tage vor der Versammlung bei der 1. Vorsitzenden eingereicht werden.

 Mo • 21.2.2022 • 20 Uhr • Kronenzentrum

Öffentlicher Vortrag im Anschluss an die Jahreshauptversammlung:
„König Wilhelm II. von Württemberg (1848-1921): Wer war er wirklich?“

Vor 100 Jahren, im Oktober 1921, wurde Württembergs letzter König unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Ludwigsburg zu Grabe getragen. Bis heute ist die Erinnerung an ihn, an seine Bürgernähe und seine Weltoffenheit, lebendig. Hinter mancherlei Anekdoten, die von dem leutseligen Spaziergänger und seinen legendären Spitzerhunden erzählen, bleibt verborgen, wer Wilhelm II. wirklich war. Fundiert und kurzweilig zugleich wird Archivdirektor Dr. Albrecht Ernst die Persönlichkeit des Monarchen beleuchten, die Höhen und Tiefen seines Lebens nachzeichnen und sein politisches Handeln historisch einordnen. Im Wechsel dazu wird der Stuttgarter Sprechkünstler Peter Gorges dem einstigen Prinzen und König seine Stimme leihen und aus Wilhelms ausdrucksstarken Briefen an die engsten Freunde lesen. Ungeahnt offen wird von Liebe und Schmerz, Courage und Melancholie, Politik und Thronverzicht zu hören sein.

Dr. Albrecht Ernst

 Do • 24.3.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Die Sehnsucht nach dem nie gesehenen aber dennoch geliebten Bräutigam“. Auf den Spuren schwäbischer Missionsbräute des 19. Jahrhunderts.

Missionsbräute waren Frauen, die im 19. Jahrhundert einen Missionar heirateten, ohne ihn vorher persönlich zu kennen. Spuren, die die Frauen hinterließen sind Briefe, Tagebücher und Fotografien. Sie beschreiben ein Stück wenig bekannter württembergischer Frauengeschichte. Was bewegte diese Frauen ihre Heimat und ihr soziales Umfeld für immer zu verlassen? Wie gestaltete sich das Heiratsprocedere? Wie sah das neue Leben auf der Missionsstation aus? Im Vortrag wird diesen Fragen nachgegangen, das Leben der historischen Frauen mit seinen Problemen und Schwierigkeiten geschildert und die spezielle Heiratsgeschichte einer Württemberger Missionsbraut vorgestellt, die aus Briefen und Tagebüchern rekonstruiert wurde.

Auch Anna Julie Traub, die 1864 in Bietigheim geboren wurde, heiratete 1899 den in Indien lebenden Missionar Heinrich Altenmüller. Anna Julie Traub war Heinrich Altenmüllers dritte Ehefrau. Seine ersten beiden Frauen starben in Indien an Typhus.

Dr. Dagmar Konrad

Die Kulturwissenschaftlerin und Ethnologin Dr. Dagmar Konrad promovierte über „Missionsbräute – Pietistinnen des 19. Jahrhunderts in der Basler Mission”. Sie wurde für ihre Forschungen mit dem Johannes-Brenz-Preis und dem Barbara-Künkelin-Preis ausgezeichnet.

 Sa • 23.4.2022 • 16 Uhr • Treffpunkt Ludwigsburger Straße, Ecke Tammer Straße

„Dr Schuldabuggl“. Ein Streifzug durch die Ortsgeschichte Bissingens.

Der Rundgang führt uns durch das Bissinger Siedlungskarree Tammer Straße/Schillerstraße/Wannenweg, das vor bald genau 100 Jahren (1921) in einer genossenschaftlichen Siedlungsgesellschaft errichtet wurde. Siegert Kittel ist in einem dieser Häuser 1961 geboren und kann deshalb viel über die Entstehungsgeschichte und das Umfeld dieser Siedlung berichten.

Siegert Kittel

Siegert Kittel lebt seit 12 Jahren im Dreiländereck Weil/St Louis/Lörrach/Hüningen/Basel und betätigt sich dort als Gästeführer.

 Do • 28.4.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Der Westfälische Friede von Münster und Osnabrück 1648“.

Wolfram Wehnert

 Do • 12.5.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Mehr als nur Provinz. Das Königreich Württemberg im Kaiserreich (1871-1918)“

Lange Zeit hat in Wissenschaft und Öffentlichkeit der Eindruck vorgeherrscht, durch die Gründung des Kaiserreichs 1871 sei die föderale Tradition, die den deutschen Territorien seit dem Mittelalter eingeschrieben war, geradezu brutal abgeschnitten worden: Die gewaltsame Errichtung des neuen Nationalstaats habe dazu geführt, dass die Musik fortan nur mehr in Berlin gespielt habe. Und das Übergewicht des militaristisch geprägten Preußens sei schließlich mit dafür verantwortlich gewesen, dass es zur Katastrophe von 1933 gekommen sei.

Vor diesem Hintergrund unternimmt der Vortrag den Versuch, ein neues Licht auf die Rolle Württembergs im Deutschen Kaiserreich, das ausdrücklich als „Bund der Fürsten und der Freien Städte“ gegründet worden war, zu werfen. Wie war das Verhältnis von Reich und Einzelstaat beschaffen? Wie verstand Württemberg seinen Platz im deutschen Nationalstaat? Und welche Gestaltungsmöglichkeiten ergaben sich für die Stuttgarter Regierung in politischer Hinsicht?

Dr. Carsten Kretschmann

Dr. Carsten Kretschmann ist akademischer Rat am Historischen Institut der Universität Stuttgart

Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zur Geschichte des Bürgertums im 19. Jahrhundert, zur Deutungsgeschichte des Ersten Weltkriegs sowie zu Kunst und Kultur im geteilten Deutschland (1945-1989).


Legende

GV-Runde / Vortrag  Lokale Führung