Programm 2022

Liebe Mitglieder und Freunde des Geschichtsvereins,

voller Optimismus und mit Tatendrang haben wir Ihnen wieder ein interessantes und abwechslungsreiches Programm ausgewählt.

Unsere Referenten haben spannende Themen aus der Geschichte Bietigheim-Bissingens, aus Württemberg bis hin zur Partnerstadt Kusatsu aufgegriffen.

Zur Fußballweltmeisterschaft bieten wir Ihnen einen Vortrag mit dem Titel „Heimat, Nation und Menschenrechte - Der Beitrag des Fußballs“.

Wir bewegen uns auf den Spuren schwäbischer Missionsbräute und stellen uns die Frage, warum Walter Bareiss, der Besitzer der Kammgarnspinnerei, in der „New York Times“ gewürdigt wurde.

Vorgesehen sind außerdem Führungen in unserem Stadtarchiv, im Stadtmuseum Hornmoldhaus und durch Bissingen. Im Oktober ist eine Bunkerwanderung vom Saubachtal bis hin zum Wobachtal geplant.

Programmänderungen entnehmen Sie bitte wie gewohnt der Bietigheimer Zeitung, von unserer Homepage oder aus unserem E-Mailversand.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas Appetit machen und lade Sie herzlich dazu ein. Ich freue mich über Ihren Besuch.

Ute Bartelmäs
1. Vorsitzende


Kommende Termine

 Do • 8.12.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Walter Bareiss, Besitzer der Kammgarnspinnerei Bietigheim, wird in der „New York Times“ gewürdigt.

Wolfram Wehnert

2023

 Do • 12.1.2023 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Vortrag „Johannes Reuchlin - unterwegs im Dienste Württembergs“.

Dr. Erwin Frauenknecht

 Di – Fr • 13. – 16.6.2023

Das Bauhaus – Jena - Weimar - Dessau - Buchenwald.

Eine Entdeckungsreise zu den Ursprüngen und Wirkungsstätten der Moderne.

(Ausführliches Programm und Reisebeschreibung)

Reiner Theurer

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de


Vergangene Termine

 Mo • 21.2.2022 • 19 Uhr • Kronenzentrum

Jahreshauptversammlung

  1. Begrüßung
  2. Bericht der 1. Vorsitzenden (Ute Bartelmäs)
  3. 3. Bericht aus dem Arbeitskreis Bunkerforschung (Till Kiener)
  4. Kassenbericht (Reiner Theurer)
  5. Bericht der Kassenprüfer
  6. Aussprache
  7. Entlastung
  8. Ehrungen
  9. Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung müssen mindestens 5 Tage vor der Versammlung bei der 1. Vorsitzenden eingereicht werden.

 Mo • 21.2.2022 • 20 Uhr • Kronenzentrum

Öffentlicher Vortrag im Anschluss an die Jahreshauptversammlung:
„König Wilhelm II. von Württemberg (1848-1921): Wer war er wirklich?“

Vor 100 Jahren, im Oktober 1921, wurde Württembergs letzter König unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Ludwigsburg zu Grabe getragen. Bis heute ist die Erinnerung an ihn, an seine Bürgernähe und seine Weltoffenheit, lebendig. Hinter mancherlei Anekdoten, die von dem leutseligen Spaziergänger und seinen legendären Spitzerhunden erzählen, bleibt verborgen, wer Wilhelm II. wirklich war. Fundiert und kurzweilig zugleich wird Archivdirektor Dr. Albrecht Ernst die Persönlichkeit des Monarchen beleuchten, die Höhen und Tiefen seines Lebens nachzeichnen und sein politisches Handeln historisch einordnen. Im Wechsel dazu wird der Stuttgarter Sprechkünstler Peter Gorges dem einstigen Prinzen und König seine Stimme leihen und aus Wilhelms ausdrucksstarken Briefen an die engsten Freunde lesen. Ungeahnt offen wird von Liebe und Schmerz, Courage und Melancholie, Politik und Thronverzicht zu hören sein.

Dr. Albrecht Ernst

 Do • 24.3.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Die Sehnsucht nach dem nie gesehenen aber dennoch geliebten Bräutigam“. Auf den Spuren schwäbischer Missionsbräute des 19. Jahrhunderts.

Missionsbräute waren Frauen, die im 19. Jahrhundert einen Missionar heirateten, ohne ihn vorher persönlich zu kennen. Spuren, die die Frauen hinterließen sind Briefe, Tagebücher und Fotografien. Sie beschreiben ein Stück wenig bekannter württembergischer Frauengeschichte. Was bewegte diese Frauen ihre Heimat und ihr soziales Umfeld für immer zu verlassen? Wie gestaltete sich das Heiratsprocedere? Wie sah das neue Leben auf der Missionsstation aus? Im Vortrag wird diesen Fragen nachgegangen, das Leben der historischen Frauen mit seinen Problemen und Schwierigkeiten geschildert und die spezielle Heiratsgeschichte einer Württemberger Missionsbraut vorgestellt, die aus Briefen und Tagebüchern rekonstruiert wurde.

Auch Anna Julie Traub, die 1864 in Bietigheim geboren wurde, heiratete 1899 den in Indien lebenden Missionar Heinrich Altenmüller. Anna Julie Traub war Heinrich Altenmüllers dritte Ehefrau. Seine ersten beiden Frauen starben in Indien an Typhus.

Dr. Dagmar Konrad

Die Kulturwissenschaftlerin und Ethnologin Dr. Dagmar Konrad promovierte über „Missionsbräute – Pietistinnen des 19. Jahrhunderts in der Basler Mission”. Sie wurde für ihre Forschungen mit dem Johannes-Brenz-Preis und dem Barbara-Künkelin-Preis ausgezeichnet.

 Sa • 23.4.2022 • 16 Uhr • Treffpunkt Ludwigsburger Straße, Ecke Tammer Straße

„Dr Schuldabuggl“. Ein Streifzug durch die Ortsgeschichte Bissingens.

Der Rundgang führt uns durch das Bissinger Siedlungskarree Tammer Straße/Schillerstraße/Wannenweg, das vor bald genau 100 Jahren (1921) in einer genossenschaftlichen Siedlungsgesellschaft errichtet wurde. Siegert Kittel ist in einem dieser Häuser 1961 geboren und kann deshalb viel über die Entstehungsgeschichte und das Umfeld dieser Siedlung berichten.

Siegert Kittel

Siegert Kittel lebt seit 12 Jahren im Dreiländereck Weil/St Louis/Lörrach/Hüningen/Basel und betätigt sich dort als Gästeführer.

 Do • 28.4.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Der Westfälische Friede von Münster und Osnabrück 1648“.

Wolfram Wehnert

 Do • 12.5.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Mehr als nur Provinz. Das Königreich Württemberg im Kaiserreich (1871-1918)“

Lange Zeit hat in Wissenschaft und Öffentlichkeit der Eindruck vorgeherrscht, durch die Gründung des Kaiserreichs 1871 sei die föderale Tradition, die den deutschen Territorien seit dem Mittelalter eingeschrieben war, geradezu brutal abgeschnitten worden: Die gewaltsame Errichtung des neuen Nationalstaats habe dazu geführt, dass die Musik fortan nur mehr in Berlin gespielt habe. Und das Übergewicht des militaristisch geprägten Preußens sei schließlich mit dafür verantwortlich gewesen, dass es zur Katastrophe von 1933 gekommen sei.

Vor diesem Hintergrund unternimmt der Vortrag den Versuch, ein neues Licht auf die Rolle Württembergs im Deutschen Kaiserreich, das ausdrücklich als „Bund der Fürsten und der Freien Städte“ gegründet worden war, zu werfen. Wie war das Verhältnis von Reich und Einzelstaat beschaffen? Wie verstand Württemberg seinen Platz im deutschen Nationalstaat? Und welche Gestaltungsmöglichkeiten ergaben sich für die Stuttgarter Regierung in politischer Hinsicht?

Dr. Carsten Kretschmann

Dr. Carsten Kretschmann ist akademischer Rat am Historischen Institut der Universität Stuttgart

Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zur Geschichte des Bürgertums im 19. Jahrhundert, zur Deutungsgeschichte des Ersten Weltkriegs sowie zu Kunst und Kultur im geteilten Deutschland (1945-1989).

 Do • 9.6.2022 • 19 Uhr • Enzpavillon

„Ein badischer Kanzler aus Bietigheim – Samuel Hornmold und die Papstsatiren im Hornmoldhaus.“

Im Rahmen des siebzigjährigen Jubiläums Baden-Württembergs gibt es in Kooperation des Stadtarchivs mit dem Stadtmuseum Hornmoldhaus und dem Geschichtsverein einen gemeinsamen Vortrag von Günther Bentele und Dr.Christoph Florian zu einer aufsehenerregenden Episode in der Geschichte der badisch-württembergischen Beziehungen. Um 1574 musste der im Bietigheimer Hornmoldhaus geborene Kanzler der katholischen Territorialherrschaft Baden-Baden, Samuel Hornmold, sein Amt aufgeben und Baden verlassen. Sein Vorgesetzter Statthalter Graf Otto Heinrich von Schwarzenberg hatte nämlich entdeckt, dass Hornmold nur zum Schein katholisch geworden ist, um an das Amt im Territorium zu gelangen.

Nach einer Einleitung in den historischen Kontext und in die allgemeine badische Geschichte durch Dr.Christoph Florian wird Günther Bentele die spektakulären Ereignisse schildern. Zudem wird er der Frage nachgehen, inwieweit die gegen das Papsttum gerichteten satirischen Darstellungen im Sommerhaus damit zusammenhängen.

Günther Bentele und Dr. Christoph Florian

 Do • 23.6.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Hier und da ein akuter Krieg zwischen Alt- und Neubürgern.“ Die Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen nach 1945 und die Folgen.

Zuwanderungen bestimmen nicht nur die Gegenwart der Bundesrepublik. Sie wurden ihr, was oft vergessen wird, geradezu in die Wiege gelegt. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs musste Deutschland rund 12,5 Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene aufnehmen. Sie bilden nach wie vor die größte Zuwanderergruppe in der Geschichte der Bundesrepublik, deren Anteil 1961 bei über 20 Prozent lag.

Die Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen erfolgte im Rahmen eines langen und konfliktbeladenen Prozesses, in dessen Verlauf Alt- und Neubürger sich nur allmählich annäherten. Auf die Stationen dieses Prozesses, von der ersten Unterbringung in Lagern, dem Kampf um Wohnungen, Lebensmittel und Arbeitsplätze bis hin zu den Folgen für die bundesdeutsche Gesellschaft, geht der Vortrag ein.

Der ausgewiesene Tübinger Migrationsforscher Dr. habil. Mathias Beer beleuchtet in Worten, Zahlen und Bilder ein zentrales Kapitel der bundesdeutschen Zuwanderungsgeschichte.

Dr. Mathias Beer

Dr. habil. Mathias Beer ist Zeithistoriker und geschäftsführender Direktor des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen. Für seine Forschungen und Publikationen auf dem Gebiet der europäischen Migrationsgeschichte und der Zuwanderungen in den deutschen Südwesten ist er 2017 mit dem Ludwig-Uhland-Preis ausgezeichnet worden.

 Sonntag • 3.7.2022 • 11 – 17 Uhr

Der Museumsbunker in der Brandhalde und der Luftschutzstollen unter der Laurentiuskirche sind geöffnet.

 Do • 7.7.2022 • 17 Uhr • Stadtarchiv in der Alten Lateinschule (Hauptstraße 61 - 63)

Führung durch das Stadtarchiv.

Dr. Christoph Florian

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Do • 14.7.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Zeitenwende 1870/71“ – Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches

Die Jahre 1870/71 bedeuteten für das Königreich Württemberg eine Zeitenwende. Der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges und die Erfolge der deutschen Armeen in diesem militärischen Konflikt stürzten die politische Ordnung in Mitteleuropa binnen weniger Monate um. Seit dem 1. Januar 1871 bildete Württemberg einen Bundesstaat des neuformierten, von Preußen dominierten Deutschen Reiches. Der Vortrag zeichnet die politischen Entwicklungen und die militärischen Ereignisse der Umbruchszeit von 1870/71 aus württembergischer Sicht nach. Ebenso wird danach gefragt, wie die Zeitgenossen Krieg und Reichsgründung erlebten und später erinnerten.

Dr. Wolfgang Mährle

Dr. Wolfgang Mährle ist Referatsleiter im Landesarchiv Baden-Württemberg und leitet den Arbeitskreis für Landes- und Ortsgeschichte im Verband der württembergischen Geschichts- und Altertumsvereine. 2020 kuratierte er die im Hauptstaatsarchiv Stuttgart präsentierte Ausstellung „Nation im Siegesrausch. Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71“.

 Sa • 13.8.2022 • 7 Uhr • Busbahnhof

„Exkursion zur Landesgartenschau nach Neuenburg am Rhein und nach Ottmarsheim im Elsass.“

07:00 Uhr: Abfahrt in Bietigheim-Bissingen (Busbahnhof)

10:30 Uhr: Nach der Ankunft in Neuenburg starten wir mit dem Besuch des Museums für Stadtgeschichte in Neuenburg. Die Stadt Neuenburg am Rhein hat eine ungewöhnliche Geschichte. Dem Schicksal der Stadt kann man nur gerecht werden, indem man es in geschichtlicher Darstellung in die großen Zusammenhänge europäischen Werdens hineinstellt. Die von Berthold IV. von Zähringen um 1175 gegründete Stadt entwickelte sich dank ihrer hervorragenden Lage am Rhein rasch nach der Stadtgründung zum bedeutenden Mittelpunkt der Raumschaft. Bereits 1219 wurde Neuenburg am Rhein vom Stauferkaiser Friedrich II. zur freien Reichsstadt erhoben. Dreimal wurde Neuenburg am Rhein völlig zerstört, 1675 im Holländischen Krieg, 1704 im Spanischen Erbfolgekrieg und als erste deutsche Stadt im Zweiten Weltkrieg, im Juni 1940. Um 1525 verlor die Stadt durch ein verheerendes Rheinhochwasser die Hälfte ihres Stadtgebietes, darunter ihr Verwaltungs- und Geschäftszentrum um das Münster „Unserer Lieben Frau“.

12:00 Uhr: Besuch der Landesgartenschau 2022. Im neu gestalteten Landesgartenschaugelände sind Stadt und Rhein in Neuenburg nach Jahrhunderten wieder zusammengewachsen. Das war ein wichtiges Ziel bei den Planungen. Die Landesgartenschau ist damit auch der Schlusspunkt eines langen Stadtentwicklungsprozesses. Das Gelände besteht aus verschiedenen Bereichen: dem Stadtpark am Wuhrloch, den Rheinwiesen, der Rheinterrasse und den Rheinauen. Die mehrfachen kriegerischen Zerstörungen und verheerende Hochwasserschäden an der einst prachtvollen Stadt mit Stadttoren und Münster forderten bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges immer wieder die Tatkraft und den Willen der Bürger zum Wiederaufbau.

15:30 Uhr: Wir fahren über die französische Grenze, vorbei am Denkmal in der Hardt, zum Gedenken an den „Kolmarer Brückenkopf“ der direkt mit der Zerstörung von Neuenburg 1940 zu tun hat. In Ottmarsheim im Elsass besichtigen wir die berühmte Abteikirche. Die aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammende einstige Klosterkirche des Klosters Ottmarsheim (Benediktinerinnen) gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Romanik. Ihr Zentralbau in Form eines Oktogons hat sein Vorbild in der karolingischen Aachener Pfalzkapelle.

18:00 Uhr: Abendessen im Restaurant Engel in Bühl-Vimbuch.

19:45 Uhr: Rückfahrt nach Bietigheim

21:30 Uhr: Ankunft in Bietigheim

Führungen auf der Landesgartenschau Neuenburg und in der Abteikirche in Ottmarsheim: Siegert Kittel (er ist in Bissingen aufgewachsen und lebt seit 12 Jahren im Dreiländereck Weil / St. Louis / Lörrach / Basel und betätigt sich dort als Gästeführer)

Reisepreis pro Person: 73 €

Im Reisepreis enthalten:

Organisation: Reiner Theurer
Beauftragte Reiseagentur: B-Travel Thomas Bischoff
Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Sonntag • 4.9.2022 • 11 – 17 Uhr

Der Museumsbunker in der Brandhalde und der Luftschutzstollen unter der Laurentiuskirche sind geöffnet.

 Mi • 14.9.2022 • 15 Uhr • Stadtmuseum Hornmoldhaus

Führung durch die Ausstellung „Kawanabe Kyôsai (1831-1889) - Japanischer Künstler zwischen den Zeiten“.

Dr. Catharina Raible

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Do • 22.9.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Erwin Baelz - das japanische heiße Bad als Quelle der Partnerschaft Kusatsus mit Bietigheim-Bissingen“

Dr. Hansjörg Knorr beschreibt den Weg Erwin von Baelz von Bietigheim nach Kusatsu. Die Hauptrolle spielt dabei das japanische heiße Bad, die Onsen, das Erwin von Baelz nach Kusatsu führt und das er in sein therapeutisches und präventives Konzept integriert hat. Sein balneologisches Wirken wird in sein gesamtes Schaffenswerk eingeordnet.

Im Vortrag werden Beispiele des japanischen Badens gezeigt, speziell auch in Kusatsu und Umgebung. Der wissenschaftliche Nachweis von Baelz des physiologischen Effekts von heißen Bädern wird dargestellt. Dass auch in Bietigheim Wasser zu Heilzwecken eingesetzt wurde, wird im Vortrag aufgezeigt.

Die Partnerschaft zwischen Bietigheim-Bissingen unter Nutzung der heißen Quellen erneut zu beleben, schlägt der Referent vor.

Dr. Hansjörg Knorr

Dr. Hansjörg Knorr ist Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin. Er war acht Jahre an der Universität München, ging von dort aus im Rahmen balneologischer Forschung als Gastarzt zwei Monate nach Japan.

Bis 2019 war er Arzt in der Stiftung Pfennigparade München zur medizinischen Versorgung mehrfach behinderter Menschen.

 Do • 29.9.2022 • 15 Uhr • Treffpunkt Bf Bietigheim

Besuch der Ausstellung „Johannes Reuchlin unterwegs im Dienst Württembergs“ im Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Johannes Reuchlin (1455–1522) gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten des Humanismus. Seine Wirkung geht weit über den deutschen Südwesten hinaus. Seine Werke bildeten ein zentrales Fundament für die damals entstehende Gräzistik und vor allem für die christliche Hebraistik. Seine Texte beeinflussten die Debatten der Zeit, allen voran sein „Ratschlag“ über den Umgang mit den jüdischen Büchern. Die markante Persönlichkeit Reuchlins steht für Toleranz, Freiheit und Offenheit gerade im Umgang mit den jüdischen Traditionen seiner Zeit.

Am 30. Juni 1522 ist er in Stuttgart gestorben. Seinen Todestag nimmt das Hauptstaatsarchiv Stuttgart gemeinsam mit der Württembergischen Landesbibliothek zum Anlass, an die bedeutende Tätigkeit Reuchlins im Dienst Württembergs zu erinnern. Als Diplomat und Jurist war Reuchlin jahrzehntelang für Graf Eberhard im Bart unterwegs, zahlreiche Reisen führten ihn weit durch Europa.

Diese Reisetätigkeit des großen Humanisten steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Einzigartige Autographen und kostbare Frühdrucke seiner Werke verdeutlichen den rastlosen Einsatz des Gelehrten für die Herrschaft Württemberg, darüber hinaus auch für die gelehrte Welt des Humanismus um 1500.

Dr. Peter Rückert wird uns durch die Ausstellung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart führen.

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Do • 20.10.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Menschenrechte und Fußballweltmeisterschaften – ein spannungsreiches Verhältnis“

Die nahende Fußballweltmeisterschaft in Katar hat die Bedeutung des Themas „Menschenrechte“ auch für sportliche Großveranstaltungen unterstrichen. Doch lange Zeit hatten sich die Spitzenverbände des Fußballs auf die Position zurückgezogen, sie würden rein sportliche Ereignisse ausrichten und hätten daher unzulässige Überfrachtungen mit politischen Normen abzuwehren.

Der Vortrag geht der Frage nach, unter welchen Umständen in den 1970er Jahren Menschenrechtsfragen auf der Bühne des Weltfußballs erschienen und sich in den 1980er Jahren dort immer weiter ausbreiteten. Er verzahnt die menschenrechtssensiblen Großthemen der 1970er und 1980er Jahre (Diktaturen in Chile und Argentinien; Verhängung des Kriegsrechts in Polen) mit der Historie der Fußballweltmeisterschaften jener Zeit und gewährt damit Einblicke in bislang wenig bekannte Verflechtungen von Sport und Politik, die gerade in heutiger Zeit aktuell sind.

Er spricht sowohl Zuhörer an, die sich für die Geschichte des Weltfußballs interessieren als auch jene, die an der Geschichte des Ost-West-Gegensatzes Interesse bekunden.

Prof. Dr. Wolfram Pyta

Prof. Dr. Wolfram Pyta ist Direktor der Abteilung für Neuere Geschichte der Universität Stuttgart; Träger des Landesforschungspreises für Grundlagenforschung; zahlreiche Publikationen zur deutschen und europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, unter anderem zu Hindenburg und Hitler; ebenfalls eine Fülle von Veröffentlichungen zur Sportgeschichte

 So • 23.10.2022 • 14 Uhr • Treffpunkt: Arnold-Jäger-Straße 1 (Parkplatz Fa. Parker)

Bunkerwanderung vom Saubachtal über den Bruchwald ins Wobachtal.

Till Kiener

 Do • 10.11.2022 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

„Es brennt! – Stadtbrände im alten Bietigheim.“ - Ein Vortrag anlässlich des Gedenkens an die beiden großen Stadtbrände in Bietigheim in den Jahren 1721 und 1921.

Im Jahr 1721 war im Bereich der heutigen Stadtgalerie an der Hauptstraße ein Feuer ausgebrochen, das binnen kurzer Zeit 19 Häuser und 9 Scheunen zwischen oberer Hauptstraße und Schwätzgasse zerstörte und sogar die Stadtkirche sowie Häuser an der Pfarrgasse beschädigte. Nur mit Mühe konnte es unter Kontrolle gebracht werden. Zwei Jahrhunderte später kurz nach dem 1. Weltkrieg wütete am 1./2. August 1921 ein schwerer Brand im Gebiet zwischen Pfarrstraße und Kirchgasse und hinterließ ein rauchendes Trümmerfeld.

Im Vortrag gibt Dr. Florian einen Überblick über diese und weitere Stadtbrände und skizziert deren die Ursachen. Ebenso wird auf die Gegenmaßnahmen und deren Wirksamkeit eingegangen. Die durch die Brände bewirkten Veränderungen der baulichen Struktur der Altstadt werden gleichfalls thematisiert.

Dr. Christoph Florian


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