Programm

Liebe Mitglieder und Freunde des Geschichtsvereins,

wir freuen uns, Ihnen auch 2020 wieder ein breitgefächertes Angebot mit außergewöhnlichen Exkursionen und interessanten Vorträgen vorstellen zu dürfen.

Unsere Vortragsreihe beginnt mit einem Vortrag über den wenig bekannten württembergischen Grafen Eberhard IV. mit Dr. Christoph Florian, dem neuen Leiter des Stadtarchivs. Wolfram Wehnert beendet unsere Reihe im Dezember mit einem Vortrag über den westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück.

Das Spektrum unserer Angebote reicht in diesem Jahr vom Kartoffelkäfer bis zum Fußball. Margot Lyautey aus Paris referiert über den Kampf gegen den Kartoffelkäfer im besetzten Frankreich und Prof. Dr. Wolfram Pyta berichtet über den Beitrag des Fußballs zur Stiftung von Gemeinschaften.

Unsere eintägige Jahresexkursion wird von Gottfried Bauer geleitet und führt uns nach Remchingen und Neuenbürg. Ziel der mehrtägigen Exkursion sind die Städte Jena, Weimar und Dessau und steht unter dem Motto „101 Jahre Bauhaus”.

Wir laden Sie sehr herzlich zu unseren Veranstaltungen ein.

Ute Bartelmäs
1. Vorsitzende


Kommende Termine

 Do • 10.12.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Der westfälische Friede von Münster und Osnabrück 1648

Wolfram Wehnert

Max. 40 Besucher erlaubt.

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de.

2021

 Terminverlegung!
Mi • 14.1.2021 • 15 Uhr • Bf Bietigheim

Ausstellungbesuch:
Margarethe von Savoyen: Die Tochter des Papstes – La Figlia del Papa – La Fille du Pape

Prof. Dr. Rückert Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de.


Vergangene Termine

 Do • 9.1.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Eberhard IV. (1417-1419) – Facetten eines wenig bekannten Grafen des spätmittelalterlichen Württembergs

Der württembergische Graf Eberhard IV., welcher nach nur zweijähriger Regierung im Jahr 1419 im Alter von etwa 30 Jahren starb, hat kaum Spuren im historischen Gedächtnis Württembergs hinterlassen. Seine kurze Wirkungszeit verblasste vor dem Hintergrund der langen Regierung seines Vaters Eberhard III., genannt der Milde (1392-1417), dem er unmittelbar nachgefolgt war. Allenfalls wird er in seiner Rolle als Ehemann Henriettes von Mömpelgard wahrgenommen.

Aus dieser kurzen Regierungs- und auch Lebenszeit sind nur wenige Überlieferungsbruchstücke bekannt. Fügt man diese Einzelstücke oder auch – um den Vortragstitel aufzunehmen – Facetten zusammen, dann kristallisiert sich jedoch in Ansätzen die Biographie eines mittelalterlichen Herrschers heraus. Schlaglichtartig werden – bisweilen auch überraschende – Aspekte der politischen und sozialen Lebenswirklichkeit des jungen Württembergers sichtbar.

Es zeichnet sich schemenhaft das Leben eines jungen Hochadligen ab, der durch seine Eheverbindung mit der für ihn fremden westeuropäisch-französischen Kultur konfrontiert wurde und in Kontakt mit dem prächtigsten Adelshof Europas, nämlich dem burgundischen, kam. Als regierender Graf führte Eberhard die ausgleichende Bündnispolitik seines Großvaters weiter, welche den Südwesten des Reiches politisch stabilisiert und auch friedlicher gemacht hatte. Württemberg blieb damit – weit über seine Bedeutung als regionale Vormacht hinaus – ein zentraler Akteur der Reichspolitik.

Dr. Christoph Florian, Leiter Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen

Dr. phil. Christoph Florian, geb. 1965 in Remseck, Ortsteil Aldingen, studierte Mittelalterliche Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen.

Nach mehrjähriger Tätigkeit bei dem Landesarchiv Baden-Württemberg und der Absolvierung eines Fernweiterbildungskurses zum Diplomarchivar an der Fachhochschule Potsdam war er von 2009 bis 2019 Stadtarchivar von Böblingen.

Seit dem 1. Januar 2020 leitet er das Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen, welchem das Stadtmuseum Hornmoldhaus angegliedert ist.

 Do • 30.1.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Sigmaringen – Eine andere deutsch-französische Geschichte

In seinem Buch „Sigmaringen. Eine andere deutsch-französische Geschichte” rekonstruiert Clemens Klünemann, Honorarprofessor am Institut für Kulturmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die geistige Kollaboration zwischen Nazi-Deutschland und 'Vichy-Franzosen', die vor knapp 75 Jahren in Sigmaringen ein Ende fand – vor allem aber zeigt er, inwiefern und warum die Dämonen der damaligen Zeit noch keinesfalls gebannt sind. Ihr Symptom ist die Renaissance vereinfachender Stereotypen in Zeiten der Krise.

An die Stelle der bis zum Ende des II. Weltkriegs behaupteten 'Erbfeindschaft' zwischen Deutschland und Frankreich trat spätestens mit Abschluss des Elysée-Vertrags 1963 das Prinzip einer deutsch-französischen Freundschaft. Dass auch befreundete Nationen immer wieder unterschiedliche Positionen zu Fragen des politischen Tagesgeschehens einnehmen, ist selbstverständlich – bedenklich ist jedoch, dass in Krisenzeiten entlang der Spannungslinien zwischen beiden Ländern in Zeiten der Krise überwunden geglaubte Selbst- und Fremdbilder wieder auftauchen: Z.B. dass Deutschland dynamisch sei, gerade in seiner Wirtschaftskraft, wohingegen sich das statische Frankreich als Klotz am Bein des ökonomischen Fortschritts in Europa erweise – so wurde und wird Deutschland idealisiert und das Nachbarland herabgesetzt. Daneben gab es eine Propaganda, mit der Franzosen wie Deutsche bereits früher gegen die Republik hetzten, z.B. dass Frankreich von korrumpierten Eliten regiert werde und die Republik eine überkommene Regierungsform sei, die der wahren „France éternelle” fremd sei.

Solche und ähnliche Klischeevorstellungen wurden bereits von Franzosen und Deutschen gepflegt, die während der 1930er- und 1940er-Jahre die deutsch-französische Kollaboration betrieben – interessant ist, dass diese nahezu ausnahmslos zunächst der politischen Linken angehört hatten. Ab Mitte der 1930er Jahre überboten sie sich in ihrem Antirepublikanismus, Antisemitismus – und Pazifismus; am Ende des Krieges fanden sie sich in Sigmaringen wieder, wohin die Vichy-Regierung gebracht worden war, und warteten darauf, doch noch ihren Traum von einem Europa unter deutsch-französischer Führung verwirklichen zu können.

Prof. Dr. Clemens Klünemann

Prof. Dr. Clemens Klünemann: Studium der Romanistik, Geschichte, Germanistik, Gräzistik und Theologie in Münster, Louvain-la Neuve und Toulouse; Promotion in Littérature comparée an der Université Toulouse II; I. und II. Staatsexamen in Münster; DAAD-Lektorat an der Université de Saint-Étienne (1993-1998), Honorarprofessor am Institut für Kulturmanagement der Päd. Hochschule Ludwigsburg mit dem Schwerpunkt Kulturgeschichte; Übersetzungen vor allem mit anthropologischer Thematik aus dem Französischen, zuletzt Alexandre Grandazzi, Urbs (erschien im Dezember 2019 in der 'Wissenschaftlichen Buchgesellschaft).

 Do • 27.2.2020 • 19 Uhr • Kronenzentrum

Jahreshauptversammlung

Tagesordnung:
1. Begrüßung • 2. Bericht der 1. Vorsitzenden • 3. Kassenbericht • 4. Bericht der Kassenprüfer • 5. Aussprache • 6. Entlastung • 7. Ehrungen • 8. Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung müssen mindestens 5 Tage vor der Versammlung bei der 1. Vorsitzenden eingereicht werden.

 Do • 27.2.2020 • 20 Uhr • Kronenzentrum

Öffentlicher Vortrag:
Rangerhöhung und Ausstattung – Schloss Ludwigsburg unter Herzog bzw. König Friedrich von Württemberg

Vor 200 Jahren diente Schloss Ludwigsburg als Sommerresidenz von Friedrich von Württemberg, der 1797 als Herzog an die Macht kam, 1803 zum Kurfürsten und 1806 zum König erhoben wurde.

Zusammen mit seiner Frau Charlotte Mathilde und seinem Hofstaat verbrachte er das Sommerhalbjahr im Residenzschloss und den nahegelegenen Schlössern Favorite und Monrepos. In dieser Zeit entstanden die klassizistischen Innenräume und der Landschaftsgarten. Friedrich empfing Staatsgäste wie z.B. Napoleon Bonaparte oder Zar Alexander I. Dabei spielte das höfische Zeremoniell eine bedeutende Rolle.

Frau Dr. Raible erläutert die Innenausstattung der Ludwigsburger Staats- und Privatappartements und die Nutzung bis zum Tod Friedrichs im Jahr 1816. Da sich die nachfolgenden württembergischen Könige selten in Ludwigsburg aufhielten und es kaum Kriegsschäden gab, sind die Räumlichkeiten nahezu authentisch erhalten. [Pressebericht]

Dr. Catharina Raible, Leiterin Stadtmuseum Hornmoldhaus

 Do • 5.3.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Gemeinsam in den Kampf gegen den Kartoffelkäfer.

Die Modernisierung der französischen Landwirtschaft

- Der Vortrag fällt leider aus -

Margot Lyautey, Paris

 Sa • 7.3.2020 • 10 Uhr • Stadtmuseum Hornmoldhaus

Führung durch die Ausstellung:
Die lustige Welt der Teekannen.

Kurioses und Wissenswertes rund um das Aufgussgetränk

Dr. Catharina Raible

 So • 22.3.2020 • 17 Uhr • Ev. Stadtkirche

Der Pastor bleibt Pastor. Dietrich Bonhoeffer zum Gedächtnis

Theaterstück muss leider wegen des Corona-Virus ausfallen. Wir bemühen uns um einen neuen Termin

Ein Theaterstück von „Dein Theater” Stuttgart

„Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.” (Dietrich Bonhoeffer, 1906-1945)

Während die Welt in einer emotionslosen Brutalität versank, kämpfte der in Breslau geborene Pfarrer Dietrich Bonhoeffer während der Zeit des Nationalsozialismus für die Bewahrung christlicher Werte. Mit seinem unbestechlichen Gefühl für Recht und Unrecht und seinem Mut zu Entscheidungen, die ihm selbst unbequem waren, wurde der beispielhafte Pfarrer aus Deutschland weltweit zu einem Hoffnungsträger. In England zählt Dietrich Bonhoeffer zu den zwanzig Märtyrern des 20. Jahrhunderts, die als in Stein gehauene Figuren über dem Portal der Kirche Westminster Abbey dargestellt sind.

Biografie eines furchtlosen und mutigen Mannes, der seine aufrechte Haltung auch im Angesicht des Terrors und des Todes nicht verlor.

Spieldauer: 1 Std. 45 Min
Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Eine Kooperation des Geschichtsvereins Bietigheim-Bissingen mit der Ev. Gesamtkirchengemeinde Bietigheim und der Ev. Kirchengemeinde Metterzimmern.

 So • 5.4.2020 • 11 – 17 Uhr

Der Museumsbunker in der Brandhalde und der Luftschutzstollen unter der Laurentiuskirche sind geöffnet

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

 Do • 23.4.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Heimat, Nation und Europa.

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Der Beitrag des Fußballs zur Stiftung von Gemeinschaften

Prof. Dr. Wolfram Pyta

 Do • 7.5.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Angewandte Avantgarde - Das Bauhaus

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Markus Golser

 Sa • 9.5.2020 • 12:30 Uhr • Bf Bietigheim

Stuttgart wie es nicht jeder kennt: Stuttgart-Ost

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Gottfried Bauer

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 So • 17.5.2020 • 14.30 Uhr • Treffpunkt am nördlichen Ende der Grünwiesenstraße

Führung durch die denkmalgeschützte Kammgarnspinnerei

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Erwin Rudolph, Wolfram Wehnert u.a.

 Dienstag – Freitag • 2. – 5.6.2020

Das Bauhaus – Jena - Weimar - Dessau - Buchenwald.

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Eine Entdeckungsreise zu den Ursprüngen und Wirkungsstätten der Moderne.

(Ausführliches Programm und Reisebeschreibung)

Reiner Theurer

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Mi • 10.6.2020 • 19:30 Uhr • Gasthaus Bären

Conrad Bareiss, Großaktionär der Kammgarnspinnerei Bietigheim und seine Verbindungen zum Widerstand gegen Hitler

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Wolfram Wehnert

 So • 5.7.2020 • 11 – 17 Uhr

Der Museumsbunker in der Brandhalde und der Luftschutzstollen unter der Laurentiuskirche sind geöffnet

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

 Sa • 11.7.2020 • 8 Uhr • ZOB Bietigheim

Jahresexkursion nach Remchingen und Neuenbürg

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Gottfried Bauer

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 So • 6.9.2020 • 11 – 17 Uhr

Der Museumsbunker in der Brandhalde und der Luftschutzstollen unter der Laurentiuskirche sind geöffnet

 Do • 24.9.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Von der Laufmaschine zum (Elektro-*) Lastenrad

Im 204ten Jahr nach der Erfindung der Laufmaschine, dem Vorläufer des Fahrrades und des Autos (!), ist das Fahrrad in seinen vielfältigen Nutzungsformen nicht mehr wegzudenken und wird in kaum veränderter Form in Gegenwart und Zukunft eine unersetzliche Rolle spielen. Beispielsweise bei der Bewältigung des Individualverkehrs in den Städten. Ergänzt durch elektrifizierte Zweiräder, Dreiräder und spezielle Lastenräder, sowohl für den Personen- als auch für den Warenverkehr ist ihm eine große, eine unbegrenzte Zukunftsperspektive zu attestieren. In seiner klassischen Form ist es das schnellste, gesündeste, leiseste und insgesamt umweltfreundlichste vorstellbare Fahrzeug.

Dass man das Fahrrad/Lastenrad erst heute in den Mittelpunkt der Verkehrsplanungen rückt, ist eigentlich schade. Der Referent wird über die Geschichte der weltweiten Verbreitung, aber auch über Hemmnisse und Rückschläge, berichten.

Martin Hauge

In Kooperation mit dem Stadtmuseum Hornmoldhaus

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de. Max. 40 Besucher erlaubt.

 Sa • 10.10.2020 • 12:45 Uhr • Bf Bietigheim

Besuch beim Nachbarn:
Das Lauffener Städtle: „Burgen, Schlösser und Gefängnismauern”

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Reiner Theurer

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de

 Do • 29.10.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Gott ist mit uns und schützt uns.

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Schwäbische Auswanderer im Kaukasus

Wenn von Auswanderung aus Deutschland im 19. Jahrhundert die Rede ist, denkt man in der Regel an die Amerika-Auswanderung. Das ist zwar richtig, schließt aber die nicht unerheblichen Migrationen nach Ost- und Südosteuropa bis hin nach Asien aus.

Ein besonderes, in Vergessenheit geratenes Kapitel dieser Migrationsgeschichte ostwärts bilden Auswanderer aus dem Schwäbischen im Kaukasus. Der Vortrag beleuchtet die Gründe, die sie veranlasst haben, ihre Heimat zu verlassen, die Reise und deren Umstände, den schwierigen Neuanfang und die Blüte der Ansiedlungsorte bis hin zu den heute nur noch spärlichen Spuren schwäbischer Auswanderer im Kaukasus. Deren Auswandererbiografien verbinden Landes- und Globalgeschichte und verweisen auf den Stellenwert von Migrationen in Geschichte und Gegenwart.

Dr. habil. Mathias Beer, Universität Tübingen

Dr. habil. Mathias Beer, Tübingen, ist ein auf dem Gebiet der Migrationsgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts durch zahlreiche Publikationen ausgewiesener Historiker. Für seine Verdienste bei der Erforschung der Auswanderung aus dem und der Zuwanderung in den deutschen Südwesten wurde er 2017 mit dem Ludwig-Uhland-Preis ausgezeichnet.

Anmeldung: kassier@geschichtsverein-bietigheim-bissingen.de. Max. 40 Besucher erlaubt.

 Do • 5.11.2020 • 19:30 Uhr • Enzpavillon

Mehr als eine Front.

Abgesagt wegen des Corona-Virus!

Ideologie und Propaganda im Spanischen Bürgerkrieg 1936 ‐ 1939

Dr. Carsten Kretschmann


Legende

GV-Runde, Exkursionen, Kunstreisen.